Zucker mit Bedacht genießen

Zucker mit Bedacht genießen

Zucker gibt Kraft, sagen manche, doch das stimmt nur bedingt. Zu viel Zucker kann ebenso zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit führen und sogar depressive Stimmungen hervorrufen. Vor allem kommt es darauf an, welche Art von Zucker man zu sich nimmt. Viele Lebensmittel, die man täglich zu genießen pflegt, geben darüber wenig Auskunft, manche verstecken gar ihren Zuckeranteil in irreführenden Angaben, die über den tatsächlichen Gehalt hinwegtäuschen. Natürlich ist Zucker auch wichtig für einen gut funktionierenden Organismus, der in Haushalten als zusätzliches Süßungsmittel verwendete Zucker aus industrieller Produktion jedoch eher schädlich. Wesentlich bekömmlicher ist der in natürlichen Zutaten enthaltene Zucker, wie er in Früchten, auch im Gemüse und den vollwertigen Lebensmitteln vorkommt. Zucker kann zu Müdigkeit führen und den Darm belasten, zu viel Zucker ist mitunter auch für Haarausfall verantwortlich und für unerklärliche Erkrankungen der Haut. Im Gegensatz zu der irrigen Annahme, dass ein Stückchen Schokolade vor dem Zubettgehen angenehme Träume verschafft, kann der tunlichst exakt zu dosierende Energielieferant sogar Schlafstörungen verursachen. Auch mit den körpereigenen Abwehrkräften geht er nicht immer so um, wie es förderlich wäre. Die Anfälligkeit für Infektionen kann durch erhöhten Zuckerkonsum steigen. Dennoch wird dem Zucker bei sachgemäßem Gebrauch eine Heilwirkung zugeschrieben, die nicht zu verachten ist.

Zucker als bewährtes Mittel der Wundheilung

Der wundersame Stoff besitzt die für manchen erstaunliche Eigenschaft, bei der Behandlung von Brandwunden gute Dienste leisten zu können. Wo Antibiotika nicht anschlagen, kann er dazu eingesetzt werden, Infektionen zu vermeiden. Es wissen nicht nur Ärzte und bedienen sich dieses Vorteils gelegentlich, erfahrene Hausfrauen mischen nicht umsonst den Fruchtanteil einzukochender Marmelade zu 50% damit. So gewinnt sie nicht nur die nötige Süße, sondern überdies ihre Haltbarkeit. Und was der Stimmung am Frühstückstisch gut bekommt, das ist auch für Wunden gut, die sich nicht entzünden sollen. Zucker konserviert, er bekämpft die Entstehung von Mikroorganismen, beugt der Schimmelbildung vor und lässt auch vielen Bakterien keinerlei Chance dazu, sich anzusiedeln. Zucker macht glücklich - das stimmt schon eher. In Windeseile kann der belebende Stoff absorbiert und dahin geleitet werden, wo er sich angenehm bemerkbar macht. Das beschert kurzfristig ein Gefühl der Euphorie, wenn man es damit nicht übertreibt. Allzu viel ist eben ungesund, das gilt besonders für solche Mittel, denen eine unmittelbare Wirkung nicht abgesprochen werden kann. Die Verliebtheit ist ja auch ein Zustand, der nicht unbedingt von Dauer sein muss, bei behutsamer Pflege aber doch in diese Richtung gedeihen kann und ab und zu neu belebt werden muss.

Nur in geregelten Bahnen absolut verträglich

Vom Blut aufgenommener Zucker sorgt augenblicklich für die Produktion von Insulin, und das kann für Menschen, die ohnehin zu viel davon haben, sehr bedenklich werden. Das von der Bauchspeicheldrüse zur Verfügung gestellte Hormon hat die Aufgabe, den Zucker im Blut an die Organe und andere Körperzellen weiterzuleiten, damit er bei seinem vorübergehenden Aufenthalt keinen Schaden anrichten kann. Erst dann wird aus Zucker Energie. Ist die Transportfunktion gestört, kann das üble Folgen haben, die zu vermeiden sind. Insulin liefert im Übrigen auch die Initialzündung im Körper für das Zustandekommen von Serotonin, dem bekannten Glückshormon. Wenn jemand depressiv wird, ist das oft einem Mangel dieser Substanz geschuldet. Wie aber kann zu viel Zucker nun andererseits gerade für die Herbeiführung von Verstimmungen verantwortlich sein? Es kommt auf die Dosierung an. Zweieinhalb Löffel voll davon am Tag sind schon das Optimum, höhere Dosen wirken weder schneller noch intensiver, im Gegenteil: Auf diese Weise wird lediglich ein unter Umständen unstillbarer Nachholbedarf erzeugt. Ein belasteter Organismus braucht fraglos laufend neue Energie, und der Zucker steht als möglicher Lieferant jederzeit zur Verfügung. Das macht es so leicht, auf ihn zurückzugreifen, ohne Rücksicht auf mögliche Nebenwirkungen wie die gut sichtbare Gewichtszunahme.

Sich lieber nicht in den Teufelskreis begeben

Was jedoch nur erneuten, gesteigerten Energiebedarf auslöst und somit nicht der Zweck der Übung sein kann. Bevor Du dem Zucker-Wahn auf den Leim gehst, mit dessen Auswirkungen nicht zu spaßen ist, solltest Du Dich auf andere Kraftspender besinnen. Zumal im Wechsel genossen, zeitigen sie ein besseres Ergebnis als die Fixierung auf das, was nur alleinig hilft. Es ist ein Trugschluss, zu glauben, je mehr man davon nähme, könnte umso besser sein. Schokolade, im Übermaß genossen, führt nur zur Verstopfung. Ein Fruchtcocktail dagegen liefert bessere Werte und weckt zudem den Appetit auf noch ein Stückchen Schokolade. Das dann auch mit dem nötigen Respekt verkostet werden kann. Es kommt stets auf die Mischung an. Wenn jemand Heißhunger verspürt, kann das auch daran liegen, dass Vitamine in der Nahrung fehlen. Eine ausgewogene Ernährung ist die beste Grundlage für eine ausreichende Leistungsfähigkeit, wobei der Zucker keinesfalls verdammt werden sollte, aber mit dem Anspruch auf Effektivität auch nicht überstrapaziert werden darf. Jeder Energieschub braucht eine gute Grundlage, um sich wie gewünscht auswirken zu können, wozu ein ausreichendes Maß an Mineralstoffen und Spurenelementen gehört. Die kann der Zucker nicht liefern, sie liefern ihm aber die Voraussetzungen dafür, seine Kraft zu entfalten. Es gilt halt immer, die Maßstäbe zu wahren.

Verräterisch Verlockendes tunlichst meiden

Das Tückische am Zucker ist, dass er immer irgendwie süß schmeckt. So fällt es nicht schwer, durch die Verwendung von Ersatzstoffen vorzutäuschen, dass Obst und Gemüse reifer und schmackhafter scheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Damit wirkt vermeintlich gesunder Zucker tatsächlich eher schädlich, auch weil man den Überblick verliert. Urteile nicht leichtfertig nach dem schönen Aussehen, verlass Dich lieber auf Deinen Instinkt. Wenn der Körper auf den Genuss von Speisen anders reagiert, als zu vermuten wäre, sollten die Alarmglocken schrillen. In solchen Fällen ist es besser, Abstand zu nehmen, auch wenn das nicht leicht sein mag. Zucker, der vom Organismus nicht verarbeitet werden kann, ist nur verschwendete Liebesmüh, die noch dazu fatale Folgen haben kann. Manches sieht heutzutage wesentlich besser aus, als es eigentlich aussehen dürfte, und auch dann ist Vorsicht geboten. Mit frischer Ware kann man in der Regel keinen Fehlgriff tun, besonders dann nicht, wenn man weiß, woher sie kommt und wie sie hergestellt worden ist. Ansonsten empfehlen sich die Abwechslung und das Maßhalten; bevor man weiter zugreift, sollte man abwarten, wie es einem bekommt.

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