Aquafitness / Aquagymnastik

Aquagymnastik

Neben zahlreichen Sportarten an Land gibt es auch eine gelenk- und sehnenschonende Alternative, die sich in letzter Zeit wachsender Beliebtheit erfreut: Aquagymnastik.

Die heilende und wohltuende Wirkung des Wassers ist der Menschheit schon seit tausenden von Jahren bekannt, doch erst zu Beginn der neunziger Jahre begann die amerikanische Wissenschaftlerin Mary E. Sanders spezifisch die Effekte von sportlichen Übungen auf den menschlichen Körper an Land und im Wasser zu vergleichen. Aus ihren Forschungen entwickelten sich schnell Übungen und Bewegungsabläufe, die im Wasser trainiert wurden und in Amerika schnell Anstoß fanden. Dieses neue Konzept stieß auch in Deutschland auf offene Ohren und viele begeisterte Anhänger schlossen sich dem Trend der Wassergymnastik an.

Bei dieser Sportart werden Fitness Übungen, die normalerweise auf dem Boden ausgeführt werden, einfach ins Wasser verlagert und eventuell durch Sportgeräte wie zum Beispiel Aquafitness-Handschuhe, Aqua-Hanteln oder auch einfache Schwimmnudeln ergänzt. Dies bietet vor allem älteren und übergewichtigen Menschen, sowie Neu- und Wiedereinsteigern auf dem sportlichen Gebiet eine Vielzahl von Vorteilen.

Schonung des gesamten Bewegungsapparates und minimales Verletzungsrisiko

Zum einen werden Gelenke, Sehnen und Bänder erheblich geschont, da das Eigengewicht des Körpers im Wasser auf 10 % reduziert wird. Auch ein Verletzungsrisiko oder die Gefahr der Überbelastung ist bei dieser Sportart so kaum vorhanden, da der Körper im Wasser praktisch schwerelos ist und nicht mit harten Aufprällen zu rechnen ist.

Wasser als Stütze der inneren Organe

Zum anderen werden durch den im Wasser herrschenden hydrostatischen Druck die Atmungsorgane, das Herz-Kreislauf- System, sowie die Gefäße positiv beeinflusst. Der Wasserdruck erzeugt eine Blutvolumenverschiebung, die eine erhöhte Blutversorgung des Herzens bewirkt. Da sich das Herzschlagvolumen um ca. 15 Prozent erhöht, die Herzfrequenz jedoch um circa fünf bis zehn Schläge erhöht, erweist sich Aquafitness als überaus Herzfreundlich.

Wasserwiderstand

Bemerkenswert ist außerdem die Erhöhung des Widerstandes im Wasser durch dessen Dichte und das damit verbundene effiziente Kraft- und Ausdauertraining durch die erschwerte Bewegung. Die oben bereits erwähnten Sportgeräte vergrößern die Widerstandsfläche und bieten eine noch größere Herausforderung für den Wassersportler.

Massage der Haut

Die Massagewirkung des Wassers hat zusätzlich noch einen sehr angenehmen und straffenden Effekt auf die das Bindegewebe, fördert so die Minderung und Vorbeugung von Zellulitis und strafft die Haut mit der Zeit merklich.

Unter dem allgemeinen Begriff „Aquafitness“ lassen sich jedoch noch ein paar unterschiedliche Kategorien festlegen, bei denen der Schwerpunkt jeweils auf unterschiedlichen Gebieten der Fitness liegt.

Aquaaerobic

Bei dieser Variante der Aquagymnastik liegt das Hauptaugenmerk auf der Verbesserung der Ausdauer und der Stärkung des Herz-Kreislauf- Systems, wie es auch bei der „trockenen“ Variante an Land geschehen soll.

Aquajogging

Hierbei kommt ein meist ein sogenannter „Aqua Gürtel“ zum Einsatz, welcher, um den Rumpf getragen verhindert, dass beim Laufen unter Wasser die Füße den Boden berühren und außerdem für den nötigen Auftrieb sorgt. Durch das Weglassen dieses Sportgerätes kann der Schwierigkeitsgrad der Übung gesteigert werden, eine gute Körperspannung ist hierbei essentiell. Ein beliebte Abwandlung des Aquajogging ist dessen Verlegung aus der eintönigen Schwimmhalle in die freie Natur, wo dann kleine Seen überquert werden.

Aquafatburning

Um die Fettverbrennung noch zusätzlich anzukurbeln, ist das Workout im Wasser ideal, da der Körper den andauernden Wärmeverlust durch das Wasser unter erhöhtem Energieverbrauch ausgleichen muss. Dies regt den gesamten Stoffwechsel an und führt zu höherem Kalorienverbrauch als bei selbigen Übungen an Land.

Aqua Shiatsu

Hier wird das Wasser zur Massage des Sportlers oder auch eines Patienten genutzt. Diese Form der Massage kommt aus Japan, hat sich jedoch aus der traditionellen chinesischen Massage herausentwickelt und bietet in Kombination mit einer Behandlung im Wasser einen noch größeren Entspannungs- und Therapiewert. Der Körper des Patienten wird dabei von einer anderen Person im Wasser sanft gedreht, bewegt, gedehnt und natürlich ausgiebig massiert.

Aquaboxing

Auch verschiedene Elemente des westlichen und fernöstlichen Kampfsports wurden einfach kurzerhand ins kühle Nass verlagert und mit „Aqua Kickboxhandschuhen“ ergänzt. Die Übungen und Bewegungsabläufe können hierbei, wie auch beim Original, alleine oder mit Partner ausgeführt werden. Dies trainiert nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch verstärkt geistige Fähigkeiten, wie zum Beispiel Konzentration, Koordination und Reaktion. Ferner werden effektiv Stress und Aggressionen abgebaut.

Das Wasser bietet also eine Vielzahl von Aktivitäten, die durch das große Angebot in vielerlei Schwimmbäder leicht zugänglich sind und neben den positiven Effekten auf das allgemeine Wohlbefinden natürlich auch jede Menge Spaß bieten und das Abnehmen erleichtern. Tauchen auch Sie ein in die Welt der Wassergymnastik!

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